12/09/2015

Podiumsdiskussion: Die Welt aus den Fugen!?

Anlässlich der Neuauflage des "Handwörterbuch Internationale Politik" findet eine Podiumsdiskussion zu folgendem Thema statt:

Die Welt aus den Fugen!?

Es diskutieren: 

Prof. Dr. Sven Gareis (Münster), 
Prof. Dr. Martin Klein, 
Prof. Dr. Christian Tietje, 
Prof. Dr. Johannes Varwick, 
Christian Stock.

Zeit und Ort: 15.12.2015, 16-18 Uhr, Hörsaal XX, Mel

Infos auch unter:


Studierende und die Öffentlichkeit sind herzlich eingeladen!

12/07/2015

12/01/2015

Ein Ritterschlag für den 人民币 (Renminbi)

Seit dem 30. November ist es amtlich. Der IWF hat offizielle verlautbart, dass die chinesische Volkswährung (人民币 bzw. Renmin bi) in den Währungskorb des Sonderziehungsrechts aufgenommen wird. Hier die entsprechende Presseverlautbarung:

IMF’s Executive Board Completes Review of SDR Basket, Includes Chinese Renminbi

Und ein erklärender Artikel aus dem IMF-Survey:


Nicht nur China, auch der IWF betritt damit Neuland. Zahlreiche Kapitalverkehrskontrollen und ein bewusstes währungspolitisches Management (z.B. durch bilaterale Swapabkommen) unterscheiden die chinesische Währung deutlich von den vier anderen Währungen im SZR.

Allerdings hat man noch etwas Zeit, um sich vorzubereiten. Erst am 1. Oktober 2016 wird der Renminbi in den SZR-Korb aufgenommen.

11/26/2015

Der Euro auf Talfahrt - na und?

Der Euro ist auf Talfahrt gegenüber dem Dollar. Goldman Sachs meint, er werde langfristig so weit sinken, dass nur noch 80 US Cent pro Euro bezahlt werden müssen:

Goldman sagt dem Euro eine jahrelange Eiszeit voraus

Wir meinen: keine Panik. Tatsächlich wird da bei vielen in Europa Freude aufkommen. Nichts wird den schwächelnden Volkswirtschaften Europas besser auf die Beine helfen (und den Japanern und Chinesen Schweißperlen auf die Stirn treiben), als ein günstiger Euro-Wechselkurs, der die europäischen Exporte noch wettbewerbsfähiger macht.

11/12/2015

Der Deutsche Bundestag und TTIP

Bundestagspräsident Norbert Lammert hat in einem Interview mit der Berliner Morgenpost ein Nein zu TTIP angedroht, falls der Bundestag nicht in die Verhandlungen zu TTIP eingebunden wird. Hier mein Kommentar dazu in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Wirtschaftsdienst:

Freihandelsabkommen: Bundestag und TTIP

12/09/2013

Weißer Rauch in Bali: habemus package

Die WTO vermeldet aus Bali: Round-the-clock consultations produce Bali package. Und die FAZ titelt: Die WTO zurück auf Kurs. Sie meint zwar:
Ob die zehn Einzelabkommen auf der indonesischen „Insel der Götter“ wirklich den versprochenen Wachstumsschub für die Weltwirtschaft bringen, ist nicht gewiss.
Aber:
Die stärkste Botschaft sendet das 9. Ministertreffen mit dem Anspruch: Die WTO lebt und der ganz große Entwurf über Zölle, Protektionismus und Subventionsabbau, an den sich die Mitglieder 2001 in Qatars Hauptstadt Doha wagten und der seit 2008 auf Eis liegt, ist mehr als nur ein schöner Schein. „Das Bali-Paket ist nicht das Ende, es ist der Anfang“, sagte ein zu Tränen gerührter Azevêdo nach den zermürbenden Verhandlungen.
Es gilt das Prinzip Hoffnung.

12/08/2013

WTO-Treffen in Bali: bescheidene Ergebnisse am Nikolaustag

Was in den Medien als Durchbruch auf Bali gefeiert wird, sieht aus der Nähe betrachtet eher bescheiden aus. In der nüchternen Sprache der WTO liest sich das Ergebnis so: Revised drafts of ‘Bali Package’ sent to ministers after intensive consultations. Die Minister - d.h. die Vertreter aller Mitgliedsländer - sollen das jetzt beschließen. Ob das so kommt, bleibt abzuwarten. Da bei solchen Beschlüssen in der WTO Einstimmigkeit verlangt wird, würde das Nein eines einzigen Landes reichen, um das 'Bali Package' zu Fall zu bringen. Immerhin zeigt die Inbrunst, mit der das Verhandlungsergebnis begrüßt wird, dass Fortschritte in der Welthandelsordnung sehnlichst erwartet werden, zumindest in den Industrieländern.

12/01/2013

Doha Lite, oder: schafft es die Doha-Runde vor Weihnachten über die Ziellinie?

In der kommenden Woche findet in Bali die 9. Ministerkonferenz der WTO (MC9) statt. Nach mehr als 10-jährigem Hängen & Würgen könnte dies einen - wenn auch kleinen - Fortschritt in der Welthandelsordnung bedeuten. Hier die offizielle Webseite von MC9: https://mc9.wto.org/


Jagdish Bhagwati
Jagdish Bhagwati
WTO-Generaldirektor Azevedo fasst in einem Brief für die Presse die wichtigsten Punkte, die beschlossen werden sollen, kurz zusammen. Verbunden mit einem Appell, dass man es nicht am erforderlichen politischen Willen fehlen lassen sollte.

Sehr informativ ist auch ein aktueller Artikel dazu aus der Feder des bekannten Außenhandelsökonomen Jagdish Bhagwati. Veröffentlicht in Finance & Development, dem Presseorgan von IWF und Weltbank: Dawn of a New System.

6/22/2013

Ethiopian-German Contact Seminar: 23 - 30 June 2013

We are happy to announce that our seminar with students from Ethiopia, Germany and other European countries will take place from 23 through 30 Juni, 2013. The main seminar proceedings will be held on Tuesday and Wednesday, 25 and 26 June. More information on the seminar and on the timetable can be found in this

Flyer Ethiopian-German Contact Seminar

If you have questions on the seminar, please contact us under addis-halle@wiwi.uni-halle.de

5/08/2013

Ethiopan-German Contact Seminar: Call for Applications

Halle University Campus
Ethiopia and Germany are two very different countries, or at least so it seems. However, if you take a closer look at these two countries and you look beyond the obvious differences between them you will perhaps realize that they have more in common than you used to think. Ethiopia is a regional power in Africa with a leading role to play in maintaining stability in East Africa. Germany is a regional power in Europe and is held responsible for the survival of the euro. While both countries are confronted with growing expectations on the part of the international community, they are at the same time facing multiple domestic challenges – economic, political, social. Will they be able to solve their own problems and at the same time meet the expectations of others?

In our contact seminar we will assemble a group of Ethiopian and German students to discuss these and other questions of mutual interest. Our seminar will take place at Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in the heart of Germany (Central Germany). German participants will be students from this university, Ethiopian participants should be students from Addis Ababa University. Knowledge of German is not required, the seminar discussions will be held in English. Travel expenses (air travel, accommodation) for Ethiopian students are financed by the German government through DAAD.


If you are a student at AAU and you are interested in participating in our seminar, you are welcome to send an email to the organizers (details are given below).

Summary information on the seminar:

Place: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle (Saale) in Germany
Time:  24 - 28 June 2013 (travel dates: 23 - 30 June 2013)
Cost:   Financed by DAAD for Ethiopian participants
Eligible:  Students and part-time students at Addis Ababa University
Contact: Ms. Claudia Meier (addis-halle@wiwi.uni-halle.de)




 

11/22/2011

Staatsversagen: Wofür Griechenland Schulden gemacht hat

Griechenland ist an der Euro-Krise nicht schuld, denn sie ist längst über dieses kleine Land im fernen Südosten der EU hinausgewachsen. Dennoch bietet Griechenland interessantes Anschauungsmaterial über den Fluch der Staatsverschuldung. Wofür hat der griechische Staat eigentlich all seine Schulden gemacht? Der französische Figaro untersucht dies in dem Artikel: Comment la Grèce a utilisé sa dette, wörtlich: Wie Griechenland seine Schulden verwendet hat. Eine gute Übung in Wirtschaftsfranzösisch. Und für die, denen das nicht so liegt, gleich der Hinweis auf die zentrale Quelle des Artikels. Es ist das Working Paper vom Münchener ces-ifo-Institut: Whither Public Interest: The Case of Greece’s Public Finances. Die Verfasser - zwei griechische Ökonomen - zeigen, dass der griechische Staat mit dem geliehenen Geld hauptsächlich seine laufenden Ausgaben ausgedehnt hat, und zwar durch eine massive Ausweitung des Heeres der Staatsbediensteten (Personalausgaben sind laufende Ausgaben). Gleichzeitig hat die Qualität der staatlichen Dienstleistungen nicht zugenommen. Die Bevölkerung gerät in zunehmendem Maße in eine Verweigerungshaltung, die sich in wachsender Steuerhinterziehung äußert. Die Verfasser meinen, dass der Staat seine Seite des Gesellschaftsvertrages aufgekündigt hat: er nimmt immer mehr, aber er gibt immer weniger zurück.

11/17/2011

Die spinnen, die Amis

Jedenfalls manche unter ihnen. Nicht Nordkorea, nicht der Iran, nein, die Bundesrepublik ist laut Peter Goodman, dem Business Editor der Huffington Post, der Weltfeind Nr. 1. Und Angela Merkel ist an allem schuld. Der Grund: die Deutschen hängen (so Goodman) ihrem Anti-Inflationsfetischismus an und gefährden damit die Weltwirtschaft: Germany's Inflation Fetish is a Major Global Economic Threat. Die Vorstellung ist offenbar, dass Angela Merkel der unabhängigen EZB die Anweisung geben soll, bittschön ab sofort Griechenland und anderen die Neuverschuldung , die kein vernünftiger Investor haben will, ohne wenn und aber abzunehmen. Will heißen: schlechte Schulden in (noch) gute Euros umzuwandeln. Dass dadurch (1) jeder Anreiz zum Sparen bei den Defizitländern wegfallen würde und (2) Inflation und bald auch Hyperinflation die unvermeidliche Folge wären, interessiert offenbar nicht.

11/14/2011

Europa macht faul und träge

Lin Jiqun ist Direktor der China Investment Corporation, Chinas Staatsfonds, der weltweit an die 400 Mrd. US-Dollar investiert. In einem Interview mit Al-Dschasira erläutert er, warum er nicht bereit ist, der Eurozone bei ihren verschiedenen Rettungspaketen finanziell aus der Patsche zu helfen: Europe induces sloth & indolence. Textauszug:
Why should, for instance, within [the] eurozone some member's people have to work to 65, even longer, whereas in some other countries they are happily retiring at 55, languishing on the beach? This is unfair.
In der Tat. Und noch mehr: Die Eurozone kann nicht überleben, wenn elementare Regeln der Fairness derart krass verletzt werden.

Ist man nicht Mitglied der Eurozone, dann hat die Sache auch etwas komisches. Ein TV-Kanal aus England gibt seinen Zuschauern die Chance, eine Woche lang Grieche zu ein: Greek for a week.

11/09/2011

Niederländisch für Quereinsteiger: Frankrijk en Duitsland denken na over kleinere eurozone

So viel Niederländisch kann wohl jeder, dass er das versteht. Wer noch mehr lesen will, hier steht der gesamte Artikel im NRC Handelsblad: Frankrijk en Duitsland denken na over kleinere eurozone. Und hier die Quelle bei Reuters, auf die sich der Artikel bezieht: French, Germans explore idea of core euro zone. Sollte es "Merkozy" wirklich einmal gelingen, den Rest der Welt zu überraschen? (Anstatt immer den Ereignissen hinterher zu laufen)

11/08/2011

Der Euro überlebt, die EU nicht

Diese Meinung des schottischen Historikers Niall Ferguson ist doch mal etwas erfrischend anderes. Er äußert sie - und vieles andere mehr - in seinem Interview mit dem Handelsblatt: Der Euro überlebt, die EU nicht. Konkret meint er, (1) dass Deutschland die schwächeren Europartner ad infinitum durchfüttern wird, und (2) dass die Länder, die nicht Mitglieder der Eurozone sind, die EU verlassen werden. Und zwar zuallererst die Briten ...